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Auszug aus der Vereinsgeschichte

Im Kriegerverband Siegen - Westerwald wurde schon im Jahre 1884 der Gedanke erwogen, Sanitätskolonnen innerhalb des Verbandes zu gründen. Zunächst waren diese Versuche erfolglos. Es bedurfte weiterer 10-jähriger rastloser Bemühungen, ehe die ersten Sanitätskolonnen gebildet werden konnten.

Dem Siegener Kriegerverein gebührt im Verbandsbezirk als erstem der Verdienst, führend vorangegangen zu sein. Der damalige Kreisphysikus, spätere geheime Medizinalrat Dr. med. Hensgen, Stabsarzt d. L. war es, welcher im Jahre 1894 in der Versammlung des Kreiskriegervereines in bedeutsamen Vorträgen auf den Nutzen von Sanitätskolonnen hinwies und seiner tatkräftigen Arbeit ist es zu verdanken, dass am 30. September 1894 die Gründung der “Siegener Sanitätskolonne“ erfolgte.

Zu einem grundlegenden Lehrgang meldeten sich damals 40 Mitglieder des Kriegervereines, die sich folgende Aufgaben stellten: 

“Im Frieden bei plötzlichen Unglücksfällen helfend einzuschreiten und im Kriege die Beförderung der Verwundeten an das vorgeschriebene Lazarett zu übernehmen, Notverbände anzulegen und zu wechseln.“

Die Sanitätsabteilung war dem Kriegerverein eingegliedert, so galt auch der derzeitige erste Vorsitzende des Kriegervereines Hauptmann d. L. Goebel, als Vorsitzender der Kolonne. Ihr sachlicher Leiter war und blieb jedoch Dr. med. Hensgen. Die militärische Führung als Kolonnenführer wurde in die Hände des Kriegervereinsmitgliedes Gustav Schmidt in Siegen gelegt.

Zum ersten Male trat die Siegener Sanitätskolonne bei der Gelegenheit des 25jährigen Stiftungsfestes des Kriegervereines am 5. August 1895 in Tätigkeit, wo sie bereits einen allgemein anerkannten Beweis ihres Könnens ablegte. Im Jahre1899 übernahm Oberleutnant Kippenberger die Leitung der Kolonne.

Die ersten sechs Uniformen für die Führer wurden beschafft und fünf mit Tragbahren eingerichtete Verbandsstellen in verschiedenen Bezirken der Stadt eingerichtet, auch ungediente Männer wurden damals aufgenommen. Beim Schützenfest in Siegen ereignete sich im Altenhof am 14. Juli 1901 ein tragisches Unglück, wo die Kolonne zum ersten Male Gelegenheit hatte, ihre genossene Ausbildung praktisch zu erproben. 

Im Jahre 1906 gliederte sich die Kolonne gemäß eines vom Deutschen Kriegerverbunde gefassten Beschlusses dem Roten Kreuz an. Im Jahre 1907 übernahm die ärztliche Leitung Dr. med. Burgmann.

Es kam der 1. Weltkrieg, in dem viele Mitglieder zur Sanitätsdienst eingezogen wurden. Die Mitgliederzahl wurde so geschwächt, dass sich 26 Schüler der oberen Klassen des Realgymnasiums unter Leitung des damaligen Kolonnenführers Zeichenlehrer Oberleutnant Bötsch der Kolonne angliederte. Dies wurde mit Freuden begrüßt. Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Tätigkeit mit unvermindertem Eifer wieder aufgenommen. In bescheidenem Rahmen konnte am 26. Dezember 1919 das 25. Stiftungsfest begangen werden. 1923 wurde neuer Kolonnenarzt Dr. med. Hackeloer. Als Nachfolger von Kolonnenführer Bötsch wurde Gustav Schmidt gewählt, der dann 1920 von Siegfried Jung abgelöst wurde bis 1931. Nach Ausscheiden des Kolonnenführers Jung wurde mit Drogist W. Jansen ein tatkräftiger Mitarbeiter gefunden.

1933 zählt die Kolonne 80 Mitglieder. Es wurden 2 Verbandstellen unterhalten. Eine größere Anzahl Fahrgestelle, Tragbahren und Ausrüstungsgegenstände standen zur Verfügung. Zum anderen wurde ein gut funktionierendes Alarmsystem geschaffen.
Des Weiteren wurden eine Gasschutztruppe und eine Jugendtruppe als wertvoller Nachwuchs ausgebildet.

 

 

Nach Kamerad Jansen folgt als Kolonnenführer Dr. Koch und Dr. Hackeloer. 1937 erfolgte durch das Regierungsgesetz eine Neugliederung. Die Kolonne wurde als 1. Zug mit 4 Gruppen der Bereitschaft Siegerland 3 (m) eingegliedert. Die Führung übernahm Kam. R. Hohlfeld.

Wie schon im 1. Weltkrieg wurden auch im 2. Weltkrieg 1939 - 1945 von den Kameraden große Leistungen gefordert und erfüllt.

Schon im August 1945 wurde die DRK-Arbeit in Siegen mit Erlaubnis der Militärregierung wieder aufgenommen. Kam. R. Hohlfeld wurde als Bereitschaftsführer der Siegener Sanitätsbereitschaft (m) wieder gewählt. Als er 1949 zum Kreisbereitschaftsführer berufen wurde, übernahm Dr. med. Hoelken bis 1951 die Führung. Es folgten die Kameraden J. Schmidt, H. Vogel und A. Loos bis 1964. Seit 1952 wurde in Siegen dann schon erfolgreich Blut gespendet.

 

Im Jahre 1960 wurde einer der vom RP Arnsberg aufgestellten Regionalen Katastrophenschutzzüge der Bereitschaft Siegen Mitte unterstellt. Außer der persönlichen Ausrüstung von 29 Personen und technischem Material erhielt die Bereitschaft 4 Mannschaftstransportwagen (Behelfs KTW), 1 Gerätefahrzeug sowie 1 Motorrad zur Verfügung gestellt. 1964 übernahm Kamerad Willi Kläs die Führung der Bereitschaft. Bedingt durch die räumliche Enge für die Ausbildung der Helfer in mehreren Unterkünften, davon als letztes in der ehemaligen Kaffeerösterei Georg am Schleifmühlchen und der fehlenden Abstellmöglichkeit von Krankenwagen und technischem Material, versuchten die damaligen Mitglieder eine dauerhafte Unterkunft zu finden.

Die Stadt Siegen vergab dann im Erbbaurecht der Bereitschaft im Hainer Weg 36 die ehemalige Schreinerei Wörsdorfer. Das Gebäude würde sich wohl für die Ausbildung eignen, nach entsprechendem Umbau. Jedoch mussten noch Garagen gebaut werden.

Des Weiteren war erforderlich, einen eingetragenen Verein zu gründen. Da man schon früher mit der weiblichen Bereitschaft zusammengearbeitet hatte, ergab sich hier Grundlage für was Gemeinsames. Die erste Satzung stammte vom 31.7.1912. Die 1. Gründung des Vereins erfolgte dann 1977. Als 1.Vorsitzender wurde Kamerad Willi Kläs gewählt. Die Bereitschaftsführung hatte von 1964 bis 1970 Willi Kläs. bis 1976 Friedrich Kunkel. bis 1979 Rudi Birlenbach und danach Kamerad Wolfgang Hartmann inne.

Nachdem alle finanziellen Probleme gelöst wurden, übernahm die DRK Bereitschaft Siegen 1978 ihr neues Domizil. Auf den Neubau der 8 Garagen musste aus Gründen der Geländeverhältnisse und der Statik noch 1 Etage aufgestockt werden. Hier wurden Ausbildungsräume sowie der Sanitätsbereich untergebracht. Die ehemalige Schreinerei wurde in Eigenleistung mit unendlich viel Mühe von allen Helfern erstellt. So entstand ein für unsere Erfordernisse notwendiges Ausbildungszentrum, in dem die breite Palette der vom DRK angebotenen Ausbildungen durchgeführt wird.

Seid 1981 ist im DRK eine Gruppe entstanden, die sich mit der Krebsnachsorge befasst. Ebenso tagt einmal im Monat seit September 1982 ein Altenclub in unseren Räumen. Auch ist in unseren Reihen wieder eine starke Jugendgruppe, das Jugendrotkreuz entstanden. Als neuestes Kind hat sich eine Senioren-Gymnastikgruppe gebildet.

Als 1. Vorsitzender fungierte nach Kamerad Willi Kläs, Kamerad Fritz Kunkel, ab 1991 Rudi Birlenbach.

Dies ist ein Auszug aus der Vereinsgeschichte. Geschrieben und verfasst wurde es von dem, leider, verstorbenen Kameraden Rudi Birlenbach